Tatort, Wilsberg und die Deutschen Meisterschaften im Marathonlauf

Die FunRunners als Vertreter Badens in Münster
Die FunRunners als Vertreter Badens in Münster

Was haben der Tatort, Wilsberg und die Deutschen Meisterschaften im Marathonlauf miteinander zu tun? Die Antwort darauf können die FunRunners der Volksbank Freiburg liefern. Sie waren im September erneut unterwegs – ihr Ziel war die Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen.
Alle Krimifans wissen es, Münster ist die Heimat von Tatort und Wilsberg, was aber nicht heißen soll, dass dies der Grund für unsere Reise war. Nein, wie könnte es für die FunRunners auch anders sein, unsere Grund war der dortige Volksbank Münster Marathon, der dieses Jahr zum 15. Mal ausgetragen wurde.

Münster war bei uns schon immer im Gespräch und was liegt näher, als eine Laufveranstaltung zu besuchen, die durch die dortige Volksbank organisiert wird.
Dieser Veranstaltung eilt ein sehr guter Ruf voraus und dass macht das ganze natürlich nochmal attraktiver. Die im Verhältnis recht kleine Veranstaltung zieht jedes Jahr über 100.000 Zuschauer an und ist jedes Mal ein großes Fest und das wollten wir unbedingt erleben.

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Der Zieleinlauf, für uns gleichzeitig zu den Deutschen Meisterschaften

Ein ganz besonderes Highlight war für uns, dass innerhalb der Marathonveranstaltung auch die Deutschen Meisterschaften der genossenschaftlichen Finanzinstitute ausgetragen wurden. Eine Premiere für uns Marathonis, an der wir als Mitarbeiter der Volksbank Freiburg automatisch teilgenommen haben.

Zwei von uns nahmen als Einzelläufer die klassische Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern in Angriff, der Rest unserer kleinen Reisegruppe von insgesamt  sieben Läufern und zwei Begleitpersonen war für den Staffelwettbewerb gemeldet, für den wir zwei Mannschaften an den Start schickten.

Am Samstag, einen Tag vor dem Marathon, ging es los. Die Anreise mit dem Zug war eigentlich recht entspannt, wäre da nicht die anfängliche Verspätung von über zwei Stunden gewesen, die unsere Tagesplanung gleich mal auf den Kopf gestellt hatte. Nun gut, wir kamen noch rechtzeitig in Münster an.

Nach dem Check-in im Hotel begaben wir uns gleich in Richtung Marathonmesse, die keine 10 Minuten vom Hotel entfernt war. Für die alten Hasen unter uns war bis hierhin noch alles entspannt. Für den ein oder anderen Neuling, der bisher noch keine größeren Wettkämpfe in dieser Form besucht hatte, war es natürlich Aufregung pur.
Zahlreiche Helfer und Läufer tummelten sich auf dem Gelände des Paulinum-Gymnasiums. Hier gab es eine kleine Läufermesse, auf der alles Mögliche für den Laufsport angeboten wurde. Ergänzt wurde das mit Ständen, an denen es kulinarisch einfache Gerichte gab. Es war alles recht beschaulich und gemütlich für eine Veranstaltung in dieser Größe.

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Die Statue des „Kiepenkerls“ erinnert an die Handelsreisenden, die sich früher hier trafen

Schnell hatten wir unsere Sachen beieinander und konnten zum ersten gemütlichen Teil übergehen. Auf dem Plan stand eine erste kleine Stadtbesichtigung und ein gemeinsames Abendessen in einem typischen Münsteraner Lokal. Auf Empfehlung einer Kollegin und Münsteranerin besuchten wir das Restaurant „Kleiner Kiepenkerl“. Eine Empfehlung, die uns alle begeistert hat. Das Essen war hervorragend und so konnten wir gut gestärkt uns ausruhen und auf den bevorstehenden Marathon-Tag freuen.

„Kiepenkerl“ nannte man übrigens früher die Handelsreisenden, die allerhand Waren anboten und auf ihren Reisen die aktuellsten Nachrichten weitergaben. Eine Statue direkt vor dem Lokal erinnert daran, dass sie sich an dieser Stelle trafen.

Am Sonntag ging es dann los – der Marathon wartete. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto vor dem Hotel begaben wir uns schnurstracks zum Startgelände am Schloss.
Es war schon einiges los. Das Führungsfahrzeug stand bereit, eine Tanzgruppe zeigte ihr Können, Promis wurden interviewt und viele Läufer, darunter ein paar in schrägen Kostümen, waren vor Ort. Neben Topläufern aus den afrikanischen Ländern gab es auch Teilnehmer, die die Distanz angekettet oder gar Rückwärts bewältigen wollten –
Münster ist diesbezüglich schon etwas verrückt.

Pünktlich um 9 Uhr erfolgte der Start zum Marathon und 15 Minuten später zum Staffelmarathon. Das Wetter war super, Sonne pur und sehr warme Temperaturen, die im Tagesverlauf auf 25 Grad kletterten. Aber der Ausrichter war darauf vorbereitet und hatte kurzerhand noch ein paar extra Getränkestellen auf der Strecke eingerichtet.

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An der Strecke war überall unheimlich viel los und eine super Stimmung

Wer Münster kennt, weiß dass diese Stadt eine sehr schöne Altstadt mit zahlreichen engen und verwinkelten Straßen mit Kopfsteinpflaster hat. Entsprechend anspruchsvoll waren die ersten 10 Kilometer, die uns einmal komplett durch die schöne Stadt führten. Trotz früher Stunde herrschte eine tolle Stimmung, die durch die unzähligen Zuschauer am Straßenrand unterstützt wurde.

Der Veranstalter hat sich einiges einfallen lassen. Von Sambagruppen an einer Karibikmeile, über lautstarke Moderatoren an der Strecke bis hin zu Stelzenläufern, einer Afrikameile und Baumalleen, die mit alten Laufschuhen überspannt war, wurde ständig etwas anders fürs Auge und die Ohren geboten.
Auch die Zuschauer und Anwohner waren sehr kreativ. Vor dem Altersheim stand ein Herr mit Keyboard und gab sein Bestes, vor der Kirche waren begeisterte Nonnen zu sehen und in den einzelnen Wohnvierteln gab es Anwohner, die den Tag für ein besonderes Event nutzten. Es wurde gegrillt, die Sektkorken flogen, Laufshirts wurden über die Straße gespannt, ganze Sitzgruppen wurden auf die Straße gestellt und für die Läufer wurden die Gartenduschen aufgestellt. Einfach verrückt, was man hier erleben konnte.

Besonders an den Wechselpunkte für die Staffelläufer war viel los . Mehrere hundert Meter lang standen Läufer, Begleitpersonen und Zuschauer an den Straßen entlang und trugen zur tollen Stimmung bei.
Am ersten Wechselpunkt konnte ich noch Carmen und Christina im Getümmel entdecken. Sie jubelten und riefen mir beide zu. Der Streckenverlauf führte uns einmal rings um den Aasee, an dem auch unser Hotel lag. Zuerst noch im Schatten der Bäume ging es dann durch die Wohnviertel in den Vororten von Münster, ehe wir bei Kilometer 18 dann die grüne Landschaft um Münster herum zu sehen bekamen.

Mir kam der Lauf sehr kurzweilig vor, überall gab es was zu sehen. Mit zunehmender Kilometerzahl vermischte sich das Feld der Marathonläufer mit den Staffelläufern. Es war echt was los auf der Strecke und eh ich mich versah, erreichte ich den zweiten Wechselpunkt der Staffelläufer bei Kilometer 21. Hier sollte meine Lebensgefährtin Beate stehen. Und sie stand auch da und wartete bereits auf ihren Einsatz. Eine kurze Begrüßung musste natürlich sein, eh ich mein Weg weiter durch das Getümmel der Wechselzone bahnte.

Kurz drauf erreichte ich den Ort Nienberge. Hier wurden ich am Power Point „Karibik“ von eine Gruppe Sambatänzerinnen mit entsprechender Musik empfangen. Das lenkt schon ab und gerne würde man stehen bleiben, aber… Na ja, irgendwie sind wir ja zum Laufen hier und schließlich will man ja auch das Ziel erreichen.
Im Zick-Zack ging es weiter durch den kleinen stimmungsvollen Ort. Nach weiteren zwei Kilometer wurde es dann ruhiger und grüner. Grüner heißt aber nicht unbedingt viele Bäume, nein, eher Felder und Wiesen schmückte nun den Streckenverlauf. Hier merkte man schon sehr deutlich die warme Sonne, die unermüdlich vom Himmel schien. Für einige war das schon zu viel und die Wärme zeigte volle Wirkung, so das einzelne Läufer bereits im Gehschritt unterwegs waren. Mir ging es zum Glück noch gut.

Bei Kilometer 28 erreichte ich den beschaulichen Ort Roxel, an dem ich durch den hiesigen Moderater über die Lautsprecher begrüßt wurde. Die Stimmung, die ich hier erlebte lies einen Schauer durch meinen Körper fließen und setzte nochmal eine Portion Energie frei. Einfach super, was eine tolle Stimmung ausmachen kann.

Unsere Läufer-Truppe
Unsere Läufer-Truppe

Im Ort Gievenbeck angekommen wurden die Beine schon schwerer, dennoch fühlte ich mich noch gut. Je näher ich wieder in Richtung Münster kam, umso zahlreicher und lauter wurden wieder die Zuschauer. Bei Kilometer 40 genoss ich noch einmal eine richtige Dusche zur Abkühlung. Eine Dame mit Schlauch stand am Wegesrand und kühlte bereitwillig die aufgeheizten Läufer ab. Tropf nass machte ich mich auf den Weg Richtung Innenstadt. Unter Baumalleen hindurch ging es durch die Himmelreich- und Adenauerallee, vorbei an der künstlerisch gestalteten Zoomeile. Hier gab es zahlreiche Tiere wie Elefanten, Affen, Löwen und Giraffen zu sehen. Mit entsprechender Musik und verkleideten Akteuren im Afrika-Style war dies etwas Besonderes für uns Läufer.
Die Straßenränder waren nun übervoll, es war kein freier Platzt mehr zu sehen und mit ihren anfeuernden Rufen trugen uns die Zuschauer auf Wolke Sieben immer weiter in Richtung Zielgerade.

Der Zieleinlauf in Münster ist gigantisch. Gänsehautstimmung auf rotem Teppich. Es ist unbeschreiblich, was hier geboten wird. Was für eine Stimmung. Das Motto „Wir sind Marathon“ wird hier in Münster wahrlich zelebriert und das habe ich so nur selten erlebt, einfach Klasse. In der Meisterschaftswertung erreichten wir Einzelläufer übrigens einen hervorragenden 7. und 16. Platz.

Nach dem Lauf war erst einmal Entspannung angesagt, was uns nur zum Teil gelungen ist, da einer unsere Kollegen kurz nach dem Zieleinlauf gesundheitliche Probleme bekam und ärztlich versorgt werden musste. Das sorgte für viel Aufregung und Verwirrung. Dennoch konnten wir am Ende alle zusammen bei einem gemütlichen Abendessen auf unsere Erfolge anstoßen und unsere Eindrücke austauschen.

Für den letzten Aufenthaltstag hatten wir uns eine Stadtführung vorgenommen, die uns in recht amüsanter Weise die Geschichte der Stadt mit ihren schönen Bauten und Kirchen, sowie Bischöfen und einstigen Königen näherbrachte. Eine Zeitgeschichte aus der Vergangenheit bis hin zur Gegenwart vermittelten uns ein rundes Bild von Münster und den dort beheimateten Serien Tatort und Wilsberg.
Es war erneut ein toller Ausflug der FunRunners in eine wunderschöne Stadt. Herzlichen Dank an Markus, der das ganze top organisiert hat.

Autor: Ulf Schmidt

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