Facility Management – Was ist das eigentlich?

09-Facility_ManagementAls Quereinsteigerin im Bereich Facility Management habe ich vor einiger Zeit  nach einer möglichst umfassenden und schnellen Antwort auf die Frage in der Überschrift gesucht. Natürlich kriegt man vieles aus der täglichen Praxis mit und entwickelt im Laufe der Zeit eine gewisse Vorstellung von diesem Geschäftsfeld. Dennoch finde ich eine theoretisch fundierte Zusammenstellung der wesentlichen Aspekte wichtig.


Nach längerem Suchen stieß ich auf einen Basiskurs Facility Management, der vom TÜV Nord veranstaltet wurde und meldete mich dafür an. Ein ganzer Tag  geballter Information im Süden Frankfurts erwartete mich: Definitionen, Kurzinhalte verschiedenster DINs und der von mir ersehnte Überblick über die diversen Teilbereiche des Facility Management  flogen uns Teilnehmern nur so um die Ohren. Der Problemaustausch unter uns Teilnehmern und mit den Dozenten war rege und so ziemlich alle suchten nach dem Überblick und dem theoretischen Rüstzeug, das jedem von uns helfen soll, sich einen umfassenden Begriff von Facility Management zu machen.

Was also gehört alles zum Facility Management?
Ein anderer – und deutscher – Begriff für Facility Management ist „zeitgemäße Objektbewirtschaftung“, also die „prozessorientierte, rechtskonforme Leitung und Führung von Objekten“. Objekte – das sind Immobilien: Gebäude, Betriebe, Häuser, Zweigstellen, Wohnungen und Liegenschaften.
Dazu kommt noch, dass sich der Gesamtkomplex Facility Management in zwei Bereich unterteilt, das sogenannte „operative Facility Management“ und das „strategische Facility Management“. Dazu gehört deutlich mehr, als ein bisschen Hausmeistertätigkeit, Reinigungsfragen, Glühbirnen auswechseln und mit Zulieferern verhandeln.

Diesen Verdacht hatte ich bereits vorher und nun bekam ich es schriftlich: Eine dicke Mappe mit Infos, was so alles noch dazu gehört und was ein Facility Manager theoretisch alles können und wissen muss. Die oben genannten Beispiele gehören  natürlich dazu und sind Konkretisierungen dessen, was die Kollegen aus meiner Abteilung tagein tagaus zu tun haben – mich eingeschlossen. Sie sind Teil des operativen Facility Management, nämlich „Tätigkeiten und Dienstleistungen in der Bewirtschaftungsphase einer Immobilie oder Liegenschaft“, anders genannt „Gebäudemanagement“.

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Vom täglichen Betrieb bis zur Instandhaltung von Gebäuden – Facility Management ist ein enorm weites Feld

Und was ist dann Gebäudemanagement?
Das Gebäudemanagement lässt sich wiederum unterteilen in technisches, kaufmännisches und infrastrukturelles Gebäudemanagement. Zum technischen Gebäudemanagement gehören beispielsweise Objektplanung und Objekterstellung, Objektdokumentation, Gebäudeautomation, Energiemanagement, Umweltmanagement, Objektbetrieb, Instandhaltungsmanagement, Versorgung, Entsorgung, Änderung und Umbau.

Zu den Aufgabengebieten des kaufmännischen Gebäudemanagement gehören Objektbuchhaltung, Inventarverwaltung, Vertragsmanagement, Gewährleistungsmanagement, Flächenmanagement, Umzugsmanagement, Arbeitsplatzgestaltung, Kostenrechnung und Controlling. Unter den Begriff „Infrastrukturelles Gebäudemanagement“ fallen Reinigungsdienstleistungen, Hausmeisterdienste, Gärtnerdienste, Catering, Schließtechnik, Sicherheitstechnik, Kommunikation, Konferenzen und Veranstaltungen und der Fuhrpark.

Und dann wäre noch das Flächenmanagement zu nennen, dessen Schwerpunkte alles umfasst, was mit der Flächennutzung und Flächenoptimierung von Liegenschaften zu tun hat.

Gebäudemanager – die Allrounder
Man sieht: Die Liste der Aufgaben und Tätigkeiten ist lang und vielfältig. Vieles davon wird auch in meiner Abteilung betrieben. Anderes findet sich in unserer Bank in anderen Bereichen, wie der Organisation oder der Unternehmenssteuerung wieder. Die Aufgaben sind auf jeden Fall sehr spannend – werden Sie also Gabäudemanager, mehr Allroundfähigkeiten bekommen Sie anderswo kaum vermittelt.

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Energie- und Umweltmanagement sind Teil des sogenannten technischen Gebäudemanagements

Und was ist nun das strategische Facility Management? Da stecken wir gerade knietief drin: Hier im Haus stehen wir gerade an der Schwelle eines Projekts, das für uns alle eine Herausforderung darstellt. Erste Entwürfe und Pläne für ein neues Hauptgebäude unseres Betriebs sind im Entstehen. Noch eine spannende Aufgabe.

Außerdem steht der Begriff Facility Management für die Philosophie, die hinter dem Ganzen steht: Die zunehmenden gesetzlichen Anforderungen und das was als Substanz vorhanden ist, in Einklang zu bringen mit den Bedürfnissen der Beschäftigten, der Allgemeinheit, der Umwelt und den Behörden. Das  natürlich immer mit dem Ziel, die Betriebs- und Nutzungskosten so gut es geht zu senken beziehungsweise in Schach zu halten.

Im Moment heißt das konkret für uns, mit dem bestehenden Bankgebäude noch so gut wie möglich bis zum Tag X zu wirtschaften und es sinnvoll instand zu halten. Leider wird das immer teurer, weil das Gebäude in die Jahre gekommen ist. Also suchen wir ständig nach Lösungen und versuchen dabei die Kosten für Wartungen und Reparaturen so gut es geht niedrig zu halten.  Dazu werden beispielsweise Energieaudits durchgeführt, ein einheitlichen Schließsystem projektiert und ständig irgendwo im Haus irgendwelche Anpassungen durchgeführt, um das Arbeiten für alle in einem einigermaßen angenehmen Umfeld zu gewährleisten. Es bleibt also spannend!

Autor: Susanne Mentz

6 Gedanken zu „Facility Management – Was ist das eigentlich?

  1. Zunächst einmal herzlichen Dank für einen lehrreichen Artikel! Einen Aspekt der hier aber leider nicht so genau Erwähnung findet ist der Bereich internet of things. Ich glaube schon dass dadurch das gesamte Gebäudemanagment verändert wird in seiner Zusammensetzung und wie man an die Agenden herangeht! Wäre wohl aber einen kompletten Artikel wert 🙂 so umfassend ist das Thema

    1. Guten Tag und einen herzlichen Dank zurück für den Kommentar.
      Christine, Sie haben recht, diesen Aspekt mit Internet habe ich ausgelassen, weil es mir zum Zeitpunkt der Entstehung des Blogbeitrags eher um einen allgemeinen Umriss ging.
      Internet und damit einhergehende Digitalisierung bewirkt in diesem Zusammenhang und nicht nur im FM eine gewaltige Umwälzung der Herangehensweise an die verschiedenen Teilbereiche. Das könnte fast schon eine ganze Artikelserie nach sich ziehen.
      Auf jeden Fall eine super Anregung. Mal sehen, ob ich dazu komme, mich da mehr in diese Thematik zu vertiefen.
      Freut mich, von Ihnen gelesen zu haben.
      Grüße
      Susanne Mentz

      1. Hallo Frau Mertz, schließe mich dieser Antwort als externer Beobachter auch an. die Veränderungen sind aber sicher noch nicht abschätzbar . stimme überein dass wenn es soweit ist, die Serie an Artikeln wohl lang sein wird 🙂

        1. Guten Tag.

          Vielen Dank zurück für den Kommentar.
          Ich hoffe, dass es künftig mehr Beiträge zum Thema FM und Digitalisierung geben wird. Denn das Interesse darüber scheint in diesem Bereich zu wachsen.
          Ich bleibe gespannt.
          Mit freundlichem Gruß

  2. das Thema wird übrigens im dt. Sprachraum überhaupt sehr vernachlässigt behandelt wie auch ein kurzer Blick in die div Datenbanken verdeutlicht. Man kann schon sagen, dass es aber aktuell erscheint, denn in der engl literatur findet man so einiges darüber (als Bsp etwa der gut verfasste Aufsatz mit dem Titel „For Facility Managers, Internet of Things Changes the Game“) leicht zu finden! 🙂 Bei dieser Gelegenheit möchte ich natürlich nicht verabsäumen, auch die besten Wünsche für das neue Jahr 2017 zu übermitteln 

    1. Hallo Frank,
      danke für den Hinweis.
      Diesen Artikel werde ich mir bei Gelegenheit anschauen.
      Vielleicht lässt sich daraus ein deutschsprachiges Compendium kreieren.
      Vielen Dank auch für die Neujahrswünsche.
      Mit freundlichem Gruß

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